Presseaussendung

Wir sind mit einer Pressaussendung an die Öffentlichkeit getreten um unsere Anliegen vorzustellen und unsere Kundgebung am 1. Mai zu bewerben!

Die Presseaussendung im Wortlaut findet sich weiter unter oder hier

Initiative fordert „Sommerpaket“

Forderung nach einer ganzjährigen Versorgung und Unterbringung aller obdach- und wohungslosen Personen.

Wien (OTS)Wien wurde abermals zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Das liegt nicht zuletzt an der langen Geschichte sozialer Errungenschaften, auf die Wien zurückblicken kann. Eine dieser Errungenschaften ist das Winterpaket, welches aus den Audimax-Besetzungen im Jahr 2009 hervorging. Die Stadt Wien ergriff Maßnahmen angesichts der damals vielen nächtigenden Obdach- und Wohnungslosen in den Hörsälen und rief das Winterpaket ins Leben, um diese in den Wintermonaten vor dem Erfrieren zu schützen. Von November bis April fördert der Fonds Soziales Wien (FSW) nun jährlich den Betrieb von Notquartieren, Wärmestuben und Tageszentren. Um dem hohen Bedarf entgegenzukommen, erweiterte er diese in den vergangenen Jahren sukzessive. Rund 1.400 Menschen nutzten die Angebote diesen Winter, wodurch die Einrichtungen nahezu voll ausgelastet waren. Doch sobald die Gefahr des Erfrierens vorbei ist, werden diese Menschen ab Mai wieder sich selbst überlassen. Dagegen regt sich nun Widerstand. MitarbeiterInnen aus der Basis prangern diesen Zustand an. Die Initiative Sommerpaket, wie sich der Zusammenschluss aus BasismitarbeiterInnen nennt, will, dass der FSW das ganze Jahr über Unterkünfte zur Verfügung stellt – und zwar für alle, unabhängig von ihrem Rechtsanspruch auf Sozialleistungen. Denn der Bedarf nach Schutz und Sicherheit verschwindet nicht, nur weil die Temperaturen steigen. Die MitarbeiterInnen der Wohnungslosenhilfe sind sich einig: „Wenn Wien sich wirklich als eine soziale Stadt beweisen will, dann muss sie einen Mindeststandard für ein menschenwürdiges Leben vor allem für ihre ärmsten und schwächsten BewohnerInnen setzen. Menschen vor dem Kältetod zu schützen ist dafür nicht ausreichend.“ Die Initiative geht aber noch weiter. In einem Schreiben an den FSW und den Sozialstadtrat, Peter Hacker (SPÖ), fordert die Initiative darüber hinaus eine qualitative Verbesserung der Notquartiere. Die lagerartigen Unterkünfte, tägliches Konservenfleisch und die mangelnden Ressourcen, um pflegebedürftige und psychisch erkrankte KlientInnen zu betreuen, bringt sowohl KlientInnen als auch MitarbeiterInnen an ihre Grenzen: „Wir als BasismitarbeiterInnen spüren die Belastung, die ein provisorisches Konzept, wie das Winterpaket, mit sich bringt. Jedes Jahr aufs Neue schafft die Stadt Wien Hunderte von Schlafplätzen sowie Arbeitsplätzen, die sie nach einem halben Jahr wieder abschafft. Sowohl die KlientInnen als auch wir MitarbeiterInnen sind von dieser permanenten Unsicherheit betroffen.“, berichtet Regina*, Angestellte eines Winternotquartiers. Die MitarbeiterInnen erklären, dass erfahrene KollegInnen im Sinne einer qualitativ hochwertigen Versorgung der betroffenen Menschen und für die langfristige Mitarbeit stabile und attraktive Arbeitsbedingungen brauchen. Die Forderung nach ganzjährigen Notquartieren sowie der qualitativen Verbesserung des Angebots zielt daher darauf ab, obdach- und wohnungslose Menschen auch im Sommer nicht sich selbst zu überlassen und die Arbeit in den Notquartieren für die MitarbeiterInnen aufzuwerten.

Die Initiative Sommerpaket veröffentlicht ihre Aktionen, Schreiben und Neuigkeiten auf dem Blog https://sommerpaket.noblogs.org/ und lädt herzlich zur Teilnahme und dem persönlichen Austausch bei der nächsten Aktion – einer Protestkundgebung am 1. Mai um 10 Uhr bei de U2-Station Museumsquartier – ein.

*Name aus dienstrechtlichen Gründen geändert

Rückfragen & Kontakt:

Blog: https://sommerpaket.noblogs.org
Emailadresse: initiative_sommerpaket@riseup.net
Telefonummer: 0677 – 634 555 60